Sammlung Raoul Korty

Das Foto zeigt den österreichischen Schauspieler Alexander Girardi (1850 – 1918) um das Jahr 1890 und stammt dem Stempel auf der Rückseite zufolge aus der Sammlung von Raoul Korty. Korty wurde 1889 als Sohn eines jüdischen Bankiers geboren und war schon als Zwölfjähriger ein leidenschaftlicher Foto-Sammler. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er das Fotoatelier Gorgette, das bereits ein Jahr später bankrott ging. Kortys Sammlung wuchs über die Jahre auf rund 250.000 Fotos an. Der Sammler finanzierte seinen Lebensunterhalt durch die Illustration von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften aus dem Fundus seines privaten Bildarchivs. In den 1930er Jahren musste er aus Geldnot Teile seiner Sammlung verpfänden und verkaufen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs war Korty gezwungen, seine journalistische Tätigkeit aufzugeben. Es folgte die Trennung von seiner nichtjüdischen Ehefrau. Auf Grund seiner geplanten Emigration deponierte er einen Großteil seiner Sammlung (etwa 30.000 Fotografien) bei einer Wiener Spedition. 1939 wurde die Sammlung von der Gestapo beschlagnahmt und unentgeltlich in die Österreichische Nationalbibliothek eingewiesen, wo sie unberührt bis 1945 lagerte. Korty wurde 1944 in Wien verhaftet und Ende 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Mehr über Korty bei Wikipedia.

Sammlung Carte de visite

Eine Sammlung von interessanten Carte de visites aus dem 19. Jahrhundert.

Die Anfänge der Massenfotografie: Carte de visite

Die Anfänge der Massenfotografie: André Adolphe-Eugène Disdéri ließ sich 1854 in Paris ein Verfahren patentieren, bei dem Papierabzüge auf Visitenkarten aus Karton geklebt werden. Außerdem nutzte Disdéri eine Technik, bei dem größere Kollodium-Nassplatten als Negativ mit einer mehrlinsigen Kamera belichtet werden. Dies ermöglichte es, fotografische Porträts preiswerter anzubieten und die Fotografie damit auch weniger betuchten Kreisen zugänglich zu machen.

Im Jahr 1859 besuchte Napoleon III. mit seiner Familie Disdéris Atelier am Boulevard des Italiens, um sich von ihm porträtieren zu lassen. Abzüge des Fotos machten schnell die Runde; daraufhin wollten alle eine sogenannte Carte de visite. Binnen Monaten wurden auch England, Deutschland und die USA von dem CDV-Fieber erfasst, das bis Ende des 19. Jahrhunderts anhalten sollte.

Dieses gut erhaltene Foto unten konnte ich bei einer ebay-Auktion ersteigern. Es zeigt eine Pariser Dame, aufgenommen von Disdéri im April 1860.

Bauhaus Leipzig

An diesem schönen Samstag habe ich ein Gebäude für mich entdeckt, das 1932 von den Leipziger Architekten Koppe und Hellriegel im Stil des Bauhauses errichtet wurde. Dabei handelt es sich um das Vereinshaus des Tennisclubs „TC R.C. Sport e.V.“ am Elsterwehr. Das Gebäude ist in den letzten Jahrzehnten arg verschandelt worden und bedarf einer gründlichen Sanierung. Bemerkenwert: Im Treppenhaus hängt noch die originale Leuchte aus dem Jahr 1932!

Kameramuseum

Ich habe ein paar Kameras fotografiert, die wieder dem ewigen Kreislauf zugeführt werden sollen. Und da dachte ich mir, dass es doch schön wäre,  gleich meine komplette ebay-Beute der letzten Zeit abzulichten. Diese ist nun hier in einem virtuellen Kameramuseum zu sehen. Einige Stücke werden mich bald verlassen, andere vielleicht hinzukommen.