Die Anfänge der Massenfotografie: Carte de visite

Die Anfänge der Massenfotografie: André Adolphe-Eugène Disdéri ließ sich 1854 in Paris ein Verfahren patentieren, bei dem Papierabzüge auf Visitenkarten aus Karton geklebt werden. Außerdem nutzte Disdéri eine Technik, bei dem größere Kollodium-Nassplatten als Negativ mit einer mehrlinsigen Kamera belichtet werden. Dies ermöglichte es, fotografische Porträts preiswerter anzubieten und die Fotografie damit auch weniger betuchten Kreisen zugänglich zu machen.

Im Jahr 1859 besuchte Napoleon III. mit seiner Familie Disdéris Atelier am Boulevard des Italiens, um sich von ihm porträtieren zu lassen. Abzüge des Fotos machten schnell die Runde; daraufhin wollten alle eine sogenannte Carte de visite. Binnen Monaten wurden auch England, Deutschland und die USA von dem CDV-Fieber erfasst, das bis Ende des 19. Jahrhunderts anhalten sollte.

Dieses gut erhaltene Foto unten konnte ich bei einer ebay-Auktion ersteigern. Es zeigt eine Pariser Dame, aufgenommen von Disdéri im April 1860.

2 thoughts on “Die Anfänge der Massenfotografie: Carte de visite

  1. Die ursprünglichen Anfänge der kommerziellen Verwendung des fotografischen Prinzips, wurde doch von Daguerre etabliert, Disderi baute darauf auf. Soweit ich weiß, aber sehr interessant und schöne Seite.

  2. Ein „bisschen“ verspätete Antwort: Ja, Daguerre war sicher der Begründer der kommerziellen Fotografie. Die war aber noch sehr teuer und für den „einfachen Mann“ kaum erschwinglich. Erst Disdéri machte die Fotografie allen Schichten zugänglich.

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