1. Leipziger Fotomarathon

Am vergangenen Sonnabend habe ich am 1. Leipziger Fotomarathon teilgenommen – mit der Startnummer 1. Nicht, dass ich morgens der Erste am Start gewesen wäre. Ich hatte nur frühzeitig via Facebook von der Veranstaltung erfahren und mich kurzentschlossen angemeldet. So kam es, dass ich erst gegen 9:30 Uhr – nach vielen anderen Fotografinnen und Fotografen – mit der Nr. 1 ins „Rennen“ ging.

Die Aufgabe bestand darin, acht vorgegebene Themen der Reihe nach abzuarbeiten. Am Ende durften sich nur acht Fotos plus eines von der Startnummer auf der Karte befinden. Eine schöne Herausforderung, finde ich. Zusätzlich hatte ich mir auferlegt: Kleines Equipment (Sony NEX F-3) mit 2,8/16mm-Festbrennweite.

Hier das Ergebnis des Tages. Gewonnen habe ich damit nichts; ein paar Fotos finde ich aber ganz gelungen.

Die Anfänge der Massenfotografie: Carte de visite

Die Anfänge der Massenfotografie: André Adolphe-Eugène Disdéri ließ sich 1854 in Paris ein Verfahren patentieren, bei dem Papierabzüge auf Visitenkarten aus Karton geklebt werden. Außerdem nutzte Disdéri eine Technik, bei dem größere Kollodium-Nassplatten als Negativ mit einer mehrlinsigen Kamera belichtet werden. Dies ermöglichte es, fotografische Porträts preiswerter anzubieten und die Fotografie damit auch weniger betuchten Kreisen zugänglich zu machen.

Im Jahr 1859 besuchte Napoleon III. mit seiner Familie Disdéris Atelier am Boulevard des Italiens, um sich von ihm porträtieren zu lassen. Abzüge des Fotos machten schnell die Runde; daraufhin wollten alle eine sogenannte Carte de visite. Binnen Monaten wurden auch England, Deutschland und die USA von dem CDV-Fieber erfasst, das bis Ende des 19. Jahrhunderts anhalten sollte.

Dieses gut erhaltene Foto unten konnte ich bei einer ebay-Auktion ersteigern. Es zeigt eine Pariser Dame, aufgenommen von Disdéri im April 1860.

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