Sommer und Winter 6 x 6

Neues Konvolut / Strandbad Berlin-Wannsee

Kürzlich ist ein neues Konvolut von Negativen eingetroffen, das ich über ebay erworben habe. Es umfasst sicher weit mehr als 1.000 Bilder, die etwa zwischen 1930 und 1975 entstanden sind. Sie reichen vom Glasnegativ im Format 9 x 12 cm bis hin zum Farb-Kleinbildfilm, entwickelt bei Karstadt in der Hamburger Mönckebergstraße. Die Fotografin oder der Fotograf sind mir (noch) nicht bekannt – die Person scheint in Hamburg, aber auch in anderen norddeutschen Städten gelebt zu haben. Es wird eine Weile dauern, das Konvolut aufzuarbeiten und in eine präsentable Form zu bringen. Hier schon eine schöne erste Serie von Bildern (6×6-SW-Film), die vermutlich in den 1950er-Jahren am Strandbad Berlin-Wannsee entstanden sind.

Ausstellung: Kapitän Melles‘ Fotografien 1928 bis 1930

 

Der Fund

Bei einer ebay-Suche im Mai 2016 bin ich auf ein Konvolut von rund 200 Glasnegativen im Format 9 x 12 cm gestoßen, die von einem „Kapitän Melles aus Greetsiel“ stammen sollten und habe es ersteigert.

Die Glasnegative kamen in 15 originalen Pappschachteln, alle entsprechend ihrem Alter verschmutzt und mit teils starken Aussilberungen an den Rändern. Zunächst habe ich die Glasnegative so gut es eben ging gereinigt und gescannt. Bei der Nachbearbeitung hat mich meine Fotofreundin Sandra Schubert unterstützt, so dass der Charakter der Bilder bewahrt blieb. Continue reading „Ausstellung: Kapitän Melles‘ Fotografien 1928 bis 1930“

Film: Landleben 1964 – Kapitel 2: Feiern

Photoprotokoll - Landleben 1964Noch immer suche ich nach einem Weg, rund 4.800 Fotos präsentabel aufzubereiten. Die Negative der Bilder – überwiegend in schwarz-weiß – waren von einem mir unbekannten Fotografen fein säuberlich in nummerierte Fototaschen abgelegt worden. Diese fanden nach Jahrzehnten Anfang 2017 über eBay den Weg zu mir. Die Bilder stammen aus einer Zeit, in der die Kollektivierung der DDR-Landwirtschaft noch jung war. Erst 1962 hatte SED- und Staatschef Walter Ulbricht die „Vollkollektivierung“ verkündet, bei der zuvor selbstständige Bauern nicht immer freiwillig in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) eingetreten waren.

Auf den Fotos ist das Leben in den 1960er- und 1970er-Jahren zu sehen: Es wurde hart gearbeitet – auf dem Feld, im Gewächshaus und auch auf der Schulbank – aber auch hart gefeiert. Es wurden Familien gegründet, Reisen unternommen und Familienmitglieder begraben. Alles protokolliert von einem jungen Mann, der mit seiner Familie in einer ländlichen oder kleinstädtischen Umgebung irgendwo in Thüringen oder Sachsen lebte, die uns heute fremd und befremdlich erscheint.

Dieser Film ist der erste Versuch, das Konvolut so aufzubereiten, dass es unserer immer kürzer werden Aufmerksamkeitsspanne Rechnung trägt. Die begleitende „Melodie für Barbara“ stammt vom Franke-Echo-Quintett, erschienen 1964.